Joachim Hirzel

Ittenbach mit seiner einzigartigen Lage mitten im Naturschutzgebiet muss behutsam weiterentwickelt werden, damit man hier gut wohnen und Natur erleben kann.

 

PERSÖNLICHES  Jahrgang 1943, verheiratet, drei Söhne, Ministerialrat a.D., seit 1992 Ittenbacher. Mitglied im Stadtrat seit 2004, derzeit im Haupt-, Personal- und Finanzausschuss und im Planungs- und Umweltausschuss. Mitglied im Beirat des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) und im Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg.

Mein Wahlkreis  Ittenbach ist der höchstgelegene Ort Königswinters und grenzt mit dem überwiegenden Teil seiner Bebauung an das Naturschutzgebiet Siebengebirge.
Notwendig ist ein Ausgleich zwischen Naturschutz, qualitätvollem Wohnen und Freizeit, der die Bedürfnisse der Ittenbacher stärker berücksichtigt als bisher. Für Neubaugebiete ist praktisch kein Raum mehr. Ich setze mich dafür ein, dass Ittenbach lebendig bleibt. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und die Grundschule. Wir freuen uns, dass wir nach der Aufgabe kleinerer Geschäfte im Dorf ein Einkaufszentrum haben, und hoffen, dass es der Ansiedlung weiterer Geschäfte Auftrieb gibt. Längst überfällig ist die Realisierung des Projekts Ecke Kantering/Königswinterer Strasse. Es geht um einen städtebaulich attraktiven Lückenschluss an der Hauptstraße und Flächen für verträgliche gewerbliche Nutzung. Die Blockade des planungsrechtlich ansonsten längst abgesicherten Projekts durch die Querelen zwischen der Straßenbauverwaltung und dem Investor muss endlich aufgebrochen werden! Auch in Ittenbach fehlt wie in den meisten Ortsteilen von Königswinter ein Gebäude für Veranstaltungen der Vereine und andere Zusammenkünfte der Dorfgemeinschaft, nachdem geeignete Gaststätten nicht mehr verfügbar sind. Dank der Initiative des Fördervereins Bürgerhaus Ittenbach hat es erste Gespräche mit der Stadtverwaltung gegeben, die Erwartungen geweckt haben, aber zunächst hinsichtlich des Standorts konkretisiert werden müssen.

Mein Engagement für Königswinter  Königswinter ist eine attraktive Stadt, aber mit unübersehbaren Fehlentwicklungen. Die Altstadtsanierung ist für ganz Königswinter von hoher Bedeutung. Sie hat einige positive Ergebnisse gehabt, aber die Defizite sind offenkundig: Rheinallee, Hauptstrasse Bobbygelände. Hoffen wir, dass nach der jetzt absehbaren Herstellung der Eisenbahnüberführung an der Drachenfelsstrasse sozusagen der Knoten platzt! Bei der Bauleitplanung müssen wir den veränderten Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen, den Flächenverbrauch begrenzen und der Innenentwicklung Vorrang geben. Alte Menschen und Familien mit Kindern wollen heute nahe an Versorgungseinrichtungen leben und gute ÖPNV-Verbindungen haben. Besonders drängend ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Die Königswinterer SPD hat das seit mehr als zehn Jahren immer wieder angemahnt. Jetzt scheint es weitgehend Konsens. Die Umsetzung bleibt aber eine Bewährungsprobe, wie die Diskussion um den Stadtgarten zeigt. Auch für die gesamte Stadt muss ein Paradigmenwechsel erfolgen. Es scheint, dass die Zwänge, die sich z.B. aus Vorgaben des Landes bei Förderrichtlinien und dem neu aufzustellenden Regionalplan, aus den steigenden Infrastrukturkosten und besonders den Auswirkungen des Klimawandels ergeben, ein neues Denken befördert haben. Die bisherigen Arbeitsschritte beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) machen Hoffnung.