Altstadt

Seit Jahrhunderten pulsiert in Königswinter das Leben: Tourismus, Kunsthandwerk, Naturerlebnis, Gastronomie, Industrie, Vereinsgeschehen und Kultur. Der Rheinort am Siebengebirge gab 1969 der neuen Stadt den Namen. Doch seither fehlte es an immer mehr: Touristen, neuen Wirtschaftszweigen, dem Zusammenwirken von Menschen, Gewerbe und Stadt, einem städtebaulichen „Hausputz“, um die Straßen und Gässchen „aufzuräumen“ und zu beleben.

Es waren zuletzt im Wesentlichen Impulse von außen und nicht des Stadtrates, der Stadtverwaltung, des Bürgermeisters oder gar der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbau-Gesellschaft („WWG“):

  • Das Projekt „Regionale 2010“ der vorletzten rot-grünen Landesregierung brachte einen Rieseninvestitionsschub für Parks, Bahnhof, Wilhelmstraße, Drachenfelsstraße, die Stationen der Drachenfelsbahn bis zum Drachenfelsplateau – die Stadt realisierte mit der WWG und finanzierte mit.
  • Vor der Schließung des Krankenhauses nutzten Künstler mit dem Projekt „Endstation“ diesen Ort und fanden Gefallen an der Altstadt – sie sind geblieben, haben mit Hausbesitzern auf der Hauptstraße Neues begonnen, u.a. die „Galerie 1“ und die Initiative „antiform“.
  • Gastronomen starten erfolgversprechende Projekte auf der Hauptstraße – das gilt es nun zu fördern, letzte Hemmnisse zu beseitigen und die Aufbruchstimmung zu verstärken.
  • Veranstaltungsreihen wie die Kulturtage, politische Abende oder die Ausflüge des Bürger- und Verkehrsvereins werden durch Neues wie den „Sommer in der Stadt“ und die Vernissagen der Künstler ergänzt.
  • Die Sanierungsvorhaben vieler Altstadteigentümer griffen; nach einigen Fehlschlägen begann die Stadt, Kerngrundstücke für die Sanierung und die weitere Entwicklung zu erwerben. Auf der Hauptstraße wird gehobene Wohnbebauung geschaffen, wobei wir regelmäßig für den Erhalt des Charakters der Altstadt kämpfen müssen. Die Sanierungsphase sollte nun bald abgeschlossen werden!
  • Beim Lemmerz-Hallenbad, das die SPD von Anfang an sanieren und an seinem bewährten Standort in der Altstadt erhalten wollte, dauert die Hängepartie an: Der millionenschwere Neubau soll ein attraktives Stück Natur am Rheinufer „verbauen“, aber die Realisierung erscheint immer weiter fraglich. Das hätte man am alten Standort längst umgesetzt und wesentlich günstiger haben können!

 

Der SPD geht es bei der Altstadt auch um die Stadt als Ganzes

Dabei geht es bei den konzeptlosen Bäderschließungen um die ganze Stadt: Alle Generationen nutzen die Bäder zu Erholung, Bewegung und Sport; die DLRG-Gruppen führen dort ihr Vereinsleben und leisten wertvolle Arbeit. Und nur mit leistungsfähigen Bädern ist gewährleistet, dass Schülerinnen und Schüler in unserer Rheinstadt den elementaren Schwimmunterricht erhalten.

Ebenso muss das wirtschaftliche und kulturelle Aufleben der Altstadt als wichtiger Impuls und Ergänzung für die anderen Ortsteile mit Wohncharakter und Einkaufsmöglichkeiten verstanden werden. Neue Ideen, auch für die wirtschaftliche Lokomotiven-Funktion der Altstadt, sind gefragt.

 

Chance nutzen, wenn die Bedingungen erfüllt werden

Das Projekt „FOC“ wird kritisch geprüft, es kann immer noch als Chance begriffen werden: Ein Factory Outlet Center (FOC) zwischen Lemmerzgelände und Drachenfelsstraße könnte die Altstadt für neue, auch touristische Zielgruppen attraktiv machen, Arbeitsplätze schaffen und die Stadt wirtschaftlich beleben. Kultur, Naturnähe, das örtliche Gewerbe und die Attraktivität als Wohnstandort dürfen dabei jedoch nicht unter die Räder kommen! Die SPD hat die berechtigten Fragen und Vorbehalte deshalb aufgegriffen und im zuständigen Planungsausschuss zum Antrag erhoben: Einbindung und Belebung der Hauptstraße, Verkehrsflüsse und Park­raum, die Anbindung von Bahnhof, Radfahrern und großen Rheinschiffen, Bürgerbeteiligung, Verknüpfung mit den Künstlern und die Idee einer „Kulturfabrik“, Rücksicht auf den Friedhof, Kostenbeteiligung des Investors an der weiteren Analyse und Planung sowie kreative Lösungen für den störenden Bahnübergang an der Drachenfelsstraße wurden eingebracht und dem Bürgermeister ins Pflichtenheft geschrieben.

 

Vielfalt der Kulturen

Die Altstadt ist seit den 60er Jahren zudem das Herz von Integration und Vielfalt in Königswinter geworden: türkeistämmige, italienische und viele andere kamen hierher, wurden gleichberechtigte Mitbewohner/innen, viele wurden Deutsche. Die notwendigen Treffpunkte von Migranten- und deutschen Gruppen, Jung und Alt, zu Spaß, Kultur, Politik und Gewerbe sollen an einem Ort in der Altstadt Platz finden: Wir wollen ein Gemeinschaftsprojekt „Multi-Kulti-Haus“ initiieren und umsetzen.

 

Es gibt viel zu tun

Seit Jahren fordert die SPD einen wirksamen Hochwasserschutz an der Rheinallee, um bei den vielen kleineren Hochwassern Bewohner und Verkehr zu entlasten. Auch beim Lärmschutz an der Bahn, der Entlastungsstraße, der Ausstattung unserer Feuerwehr, der Park­raumfrage und bei der schonenden Schließung der Baulücken bleiben wir für Sie am Ball.