Mehr Lärmschutz an der Schiene im Rheintal

 Auch Rhein-Sieg-Kreis profitiert von neuen Maßnahmen

 

Unter dem Titel „Weniger Lärm in Königswinter“ fand die sechste Veranstaltung der Reihe „Denis Waldästl trifft…“ statt. Diesmal war der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann zu Gast. Als Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages und Berichterstatter für Infrastrukturfinanzierung für die SPD-Bundestagsfraktion konnten die Sozialdemokraten  mit ihm einen fachkundigen Gesprächspartner gewinnen.

Bis zum Jahr 2030 ist gegenüber 2010 mit einer Steigerung des Güterverkehrs um 38% zu rechnen. Nur 16-17% des Güterverkehrs werden heute über die Schiene abgewickelt, obwohl die Emissionen der Bahn viermal geringer sind, als die von LKW. Die Herausforderung liegt vor allem in der Kapazität des Schienennetzes, welches tagsüber mit dem Personenverkehr sehr gut ausgelastet ist und vor allem in der Nacht freie Kapazitäten aufweist. Hartmann verwies in seinem Eingangsstatement in diesem Kontext auf den Bundesverkehrswegeplan 2030, der klar macht in welche Bereiche der Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren investiert werden soll. Einer der sozialdemokratischen Erfolge beim Lärmschutz in der großen Koalition ist das Verbot lauter Güterzüge zum Fahrplanwechsel 2020. „Züge ohne Flüsterbremse dürfen das deutsche Schienennetz dann nicht mehr befahren“, hob SPD-Landtagskandidat, Denis Waldästl, die Botschaft heraus.

Der Schienenbonus von 5dB gegenüber anderen Verkehrsträger verschwindet, die Werte für die Lärmemission sind bei Lärmvorsorge und Lärmsanierung gesenkt worden. „Die Lärmsanierung bleibt dabei die Mammutaufgabe für die nächsten Jahre“, betont Hartmann. „Wir brauchen ein echtes Entlastungsnetz für das Rheintal, damit die Kapazitätsengpässe beseitigt und der Lärmschutz dauerhaft verbessert werden können“, betont Hartmann. „Ich bin zuversichtlich, dass ein solches Entlastungsnetz möglich ist“, führt Hartman fort.

In der nachfolgenden Diskussion wurde deutlich, dass die Anlieger der Rheinschiene auch Lärmmesspunkte für das „besonders überwachte Gleis“ fordern und dass die Lärmaktionspläne auch mit Konsequenzen vor Ort versehen werden müssen.

„Wer eine transeuropäische und leistungsfähige Güterverkehrsstrecke will, der muss sich auch an den Bau- und Lärmschutzkosten beteiligen, fordern Waldästl und Hartmann in Richtung Europäischen Union. „Die SPD Königswinter engagiert sich schon lange für eine Verbesserung des Lärmschutzes an der Schiene. Bei jeder Veranstaltung zu dem Thema gibt es wieder Verbesserung zu vermelden. Wir bleiben hier am Ball und werden weiter für mehr Lärmschutz an der Schiene kämpfen“, so die Vorsitzende der SPD Königswinter Nina de Backer. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Land NRW und das Land Rheinland-Pfalz zusammen mit den Kommunen und dem Bund den Lärmschutz im Rheintal zwischen Koblenz und Bonn weiter verbessern. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier an die bisherigen sozialdemokratischen Erfolge anknüpfen können“, so Waldästl.